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 GRATULATION: A. JOSEK ZUM 80. GEBURTSTAG
2004-02-21
Alexander Josek baute in Herbstein ein erfolgreiches Unternehmen auf

Der Lauterbacher Anzeiger schreibt in der Ausgabe vom 21. Februar 2004: HERBSTEIN. Im Jahr 2004 würden ihn die Banken wohl auslachen: Mit einer guten Idee und gerade 625 Mark Eigenkapital gründete Alexander Josek 1965 ALX Metall. Damals vertrauten ihm die Banken, und Josek baute ein erfolgreiches und dynamisches Unternehmen auf. Am heutigen Samstag feiert der Diplom-Ingenieur seinen 80. Geburtstag. Mit Flachdächern begann die Unternehmensgeschichte: Dieser in den sechziger und siebziger Jahren weit verbreitete Dachtyp wurde mit Einfassungen („Abschluss-Blenden“) versehen. Seine Firma ALX-Metall produzierte ein patentiertes, schraubenloses Aluminiumprofil, das sich schnell im Markt durchsetzte. Als die Baubranche Ende der sechziger Jahre kriselte, sattelte Josek um und entwickele ein neuartiges Verpackungssystem für Speisen zum Mitnehmen. Er konstruierte Maschinen, die Gerichte – etwa in einer Metzgerei – in einer Kunststoffschale auslaufsicher versiegeln können. Das über die Jahre hinweg erfolgreiche Verpackungssystem besteht aus den In-House hergestellten Siegelmaschinen, Folien und Menüschale. 1998 hat sich Josek aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und die Führung der Firma seinem jüngsten Sohn Armin-Carsten übertragen. Noch heute bringt er als Vorsitzender des Beirates seine Erfahrung beratend mit ein.

Auf 12 000 Quadratmeter Fläche produziert ALX derzeit mit ca. 60 motivierten Mitarbeitern und modernen Extrusions- und Thermoformanlagen Lebensmittelverpackungen aus unterschiedlichen Kunststoffen. ALX ist Marktführer in Deutschland für EPS Menüschalen und gehört in Europa zu den führenden EPS und CPET Verpackungsherstellern für die Food-Service Branche. Bei einem Exportanteil von 40 Prozent ist ALX mit Vertretungen in fast ganz Europa und Nordamerika präsent.

Dieser Lebensweg war der Unternehmerpersönlichkeit nicht in die Wiege gelegt, als er 1924 in Vogtsdorf bei Oppeln in Oberschlesien auf die Welt kam. Als er zwei Jahre alt war, starb sein Vater. Die Mutter ernährte ihn und die anderen fünf Kinder mit dem Verkauf von selbst angebautem Gemüse. Alexander Josek machte eine Ausbildung als Verlagskaufmann bei der Oberschlesischen Tageszeitung. 1942 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und nahm 1944 an der Ardennen-Offensive teil. Nach einer Verwundung geriet er im März 1945 bei Neuss in US-Gefangenschaft, aus der er als 21-Jähriger im Dezember 1945 wieder entlassen wurde.

Das erste Geld verdiente er sich als Heizer bei der US Army, machte dann eine Zimmermanns-Lehre, um Bauingenieurswesen zu studieren. Mit Ehrgeiz packte er sein Studium an der Fachhochschule Main an – das Geld verdiente er dafür auf Baustellen in Nachtschichten oder am Wochenende. „Manchmal ging es um halb sechs morgens ins Bett und zwei Stunden später wieder raus“, blickt er zurück. Später war er bei dem Baukonzern Julius Berger als Bauleiter u.a. an den Fraktionssälen für den Deutschen Bundestag in Bonn 1955 tätig. Weitere Jahre als Ingenieur und Architekt folgten.

In seiner Wohnküche in Wiesbaden begann er nebenher, die Abschlussblenden für Flachdächer zu konstruieren. Er wagte den Schritt in die Selbständigkeit und mietete Räumlichkeiten auf einem Bundesbahn-Gelände in Gustavsburg bei Mainz an.

Dort wurde es schnell zu klein, so dass ein neuer Standort gesucht werden musste. „Ich hatte mehrere Landkreise im Zonenrandgebiet angeschrieben, in denen Unternehmensansiedlungen besonders gefördert wurden. Im Landratsamt in Lauterbach wurde mir Herbstein vorgeschlagen. Die Gegend und die Stadt haben mir gefallen, das Grundstück hatte einen Gleisanschluss, das Gymnasium in Lauterbach war nicht fern, da habe ich mich 1966 für Herbstein entschieden.“ Ein Jahr später stand der erste Bauabschnitt der Fabrikhalle.

Nach der Trennung der ersten Ehe, aus der sechs Kinder hervorgingen, fand Alexander Josek ein neues Glück, seine jetzige Ehefrau Marie-Luise. In den über 30 Ehejahren kümmert sie sich aufopferungsvoll um ihn und zog zwei weitere Kinder groß. Trotz Schlaganfällen hat er nach wie vor Lebensenergie und viele kreative Ideen. „Die Arbeit fehlt mir“, räumt er jedoch offen ein. Erholung und Abwechslung verschaffen ihm die Aufenthalte in seinem Sommerdomizil in Westerland auf Sylt.

Heute feiert er im engsten Kreis der Familie seinen Geburtstag. Der Vater und Opa ist besonders stolz darauf, dass alle acht Söhne und Töchter ein Studium absolviert haben. „Drei Kinder sogar mit Doktor Titel!“, strahlt er. Alexander Josek kann auf ein bewegtes und erfolgreiches Leben voller Tatendrang zurückblicken.